Magazin - Jungs - First Love

Wie langweilig wäre die Liebe, wenn sie immer gleich wäre. Trotzdem interessant, wie andere schwule Jungs ihre erste Liebe erlebt haben…

Markus (17 J.)

Meine erste große Liebe Benjamin habe ich auf einer schwulen Weihnachtsparty vor fast zwei Jahren kennen gelernt. Ich war zum ersten Mal da und um mich herum waren nur unbekannte Gesichter, unter denen mir aber eins direkt aufgefallen ist. „Mann ist der süß!“, dachte ich. Den ganzen Abend habe ich ihn beobachtet und das ist ihm natürlich irgendwann aufgefallen. Das war mir ja schon peinlich aber als er dann auch noch auf mich zukam, habe ich gedacht, ich falle gleich um. Mit einem Lachen auf den Lippen, steckte er mir seine Telefonnummer zu, die er auf einen Bierdeckel geschrieben hatte und sagte: „Ich muss jetzt leider weg aber ruf mich doch mal an“. Mann war ich happy! Wir haben dann auch oft telefoniert und uns SMS geschrieben, bis wir uns zu einer Silvesterfete bei ihm zuhause wiedergesehen haben. Sein bester Freund und dessen Freundin waren auch noch da und die haben ständig versucht uns zu verkuppeln aber wir waren beide zu schüchtern. Als Ben dann aber ein Tischfeuerwerk angezündet hat und eine Büroklammer mit der Aufschrift

„I LOVE YOU“ herausflog und er sie mir schenkte, habe ich mich dann doch getraut und ihm einen Kuss gegeben. Wir haben uns dann noch einen richtig schönen Abend gemacht und uns um Mitternacht das Feuerwerk angesehen.

Fabian (16 J.)

Meinen ersten Freund habe ich in einem Chat im Internet kennen gelernt. Wir verabredeten uns in Düsseldorf an den Rheinwiesen. Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben, aber wir haben dann den ganzen Tag im Gras gelegen uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und über Gott und die Welt geredet. Ich war so richtig verknallt- zum ersten Mal! Aber keiner von uns hat den ersten Schritt getan, weil wir beide zu schüchtern waren. Nichts desto trotz haben wir uns zwei Tage später wieder gesehen. Wir waren im Park spazieren und es fing an zu regnen. Deshalb haben wir uns auf eine Bank, unter einen Baum gesetzt und natürlich wieder nur geredet. Aber dann hat er den ersten Schritt getan und mir gesagt, was er für mich empfindet und ich habe nicht geantwortet, sondern ihn direkt geküsst, weil ich so happy war. Danach sind wir durch den Regen gelaufen aber ich hatte das Gefühl, dass die Sonne scheint. Wir waren dann zehn Monate zusammen und das war eine sehr schöne Zeit!

Marius (18 J.)

Ich musste für meine Ausbildung zum Krankenpfleger ein Praktikum in einem ambulanten Pflegedienst machen. An meinem ersten Tag dort stellte mir mein Chef meine Kollegen vor. Unter diesen war auch ein anderer Praktikant: Christoph, zwei Jahre älter als ich, groß, mit dunklen Haaren und den blauesten Augen, die ich je gesehen hatte.

Da ich schon einen Führerschein hatte, bekam ich auch einen Wagen, mit dem ich zu den Patienten fahren konnte. Die erste Woche verbrachte ich mit einer Krankenschwester, die schon lange dabei war. Und ich sah Christoph nur in den Pausen, wenn wir zu unserem Büro fuhren. In der zweiten Woche war aber das Wetter so schlecht, dass Christoph mit mir fahren sollte, da er sonst immer mit dem Rad unterwegs war. Ich konnte mich überhaupt nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren als er neben mir im Auto saß und hätte beinahe einen Unfall gebaut. Wir haben uns richtig gut verstanden und über alles Mögliche gequatscht. Ich fragte auch oft nach seiner Freundin und ob sie zusammen lebten, wie lange sie schon zusammen wären, weil ich davon ausging, dass er hetero war. Am Ende der Woche wäre ich beinahe gestorben, als er mir im Vertrauen sagte, dass er eigentlich keine Freundin hätte, sondern schwul wäre. Na toll, erst denke ich, mein Schwarm ist hetero und als sich rausstellt, dass er schwul ist, hat er schon seit zwei Jahren einen Freund. Er schaute aber auch nicht schlecht, als ich auch zugab auf Jungs zu stehen. Alles was er über seine Freundin gesagt hatte, traf eigentlich auf seinen Freund zu. Er bat mich nichts davon im Büro zu sagen, was ich natürlich auch nicht tat.

In den nächsten Wochen fuhren wir nicht mehr zusammen zu den Patienten und ich schmachtete Christoph immer nur aus der Ferne an, konnte nur schlecht schlafen und hatte auch keinen Hunger. Ich war so richtig unglücklich verliebt. Am Ende meines Praktikums tauschten wir aber noch unsere Telefonnummern aus und wollten in Kontakt bleiben. Auch wenn wir uns nie mehr wiedergesehen haben, habe ich doch oft heimlich bei ihm angerufen, damit ich seine Stimme auf dem Anrufbeantworter hören konnte.