Magazin - Jungs - Szene

Heute gehe ich mal schwul aus!

Aber wo und was ist die Szene eigentlich? Zunächst einmal ist die Szene so vielfältig, wie die Leute, die sie ausmachen. In vielen Städten gibt es Cafés, Kneipen und Bars, die entweder nur für Schwule geöffnet sind, oder aber auch Läden, in denen Schwule und Heterosexuelle gemeinsam essen, trinken und feiern. Reine schwule Locations bieten die Möglichkeit ganz unter sich zu sein und so zu sein wie man ist, ohne dass man sich verstellen muss (was in anderen Läden, in denen nur Heten sind schon mal ganz ratsam ist). Viele Locations haben sich auch noch mal innerhalb der schwulen Community (schwule Gemeinschaft) spezialisiert. So gibt es Bars für Ledertypen (Kerle in Lack und Leder), für Bären (Typen mit Bart und starker Körperbehaarung) oder für junges Publikum bis z.B. 27 Jahre. Auch ist es einfacher für schwule Jungs und Männer andere Schwule zu finden, da man sich nicht die Frage stellen muss, ob der Typ, der da drüben an der Theke steht und einem so gut gefällt auch wirklich schwul ist. In schwulen Läden läuft es eigentlich genauso ab wie in heterosexellen auch. In gemischten Läden kann man von einem Publikum ausgehen, dass gerne mit Schwulen zusammen ist und gerne mit Schwulen feiert.

Manchmal bieten Diskotheken und Bars aber auch noch einen besonderen Service:

Darkrooms - Das sind stark verdunkelte Räume in denen man nichts oder fast nichts sehen kann, weil es so dunkel ist. Will man einfach mal ein wenig knutschen, fummeln, oder blasen ist man dort genau richtig. Es werden keine großen Fragen gestellt, man kommt einfach zur Sache. Alles, was dort passiert ist freiwillig und wenn man keinen Bock auf solche Sachen hat, geht man einfach nicht rein. Generell bietet die schwule Szene viele Möglichkeiten um schnellen Sex zu bekommen, z.B. auf bestimmten Autobahnparkplätzen, in bestimmten Parks, in Pornokinos oder auf Toiletten reicht oftmals schon ein Blick und wenn man sich einig ist tut man es direkt an Ort und Stelle. Alle diese Orte werden insgesamt als "Klappe" bezeichnet. Und wenn man die Klappe abgrast nennt sich das Cruisen. Die Orte sind mehr oder weniger geheim damit Polizei, Nazis oder andere nicht das Vergnügen stören. Aber es gibt auch Plätze, die öffentlich bekannt sind. Wenn man nicht wirklich durch die Gegend laufen will, um mal eben seinen Druck abzulassen sind Darkrooms oder schwule Saunen die bessere Wahl. In den Saunen kann man einfach relaxen oder auch, wenn man will, mal eben einen One-Night-Stand (ONS heißt: Sex für ein Mal) haben. Viele wollen aber nicht den Sex in der Öffentlichkeit und nutzen deshalb Hotlines, die aber meist recht teuer sind. Da kann man Kontaktanzeigen abhören und eine eigene aufgeben und sich dann, wenn einem ein Typ gefällt ein Date ausmachen.

Aber es gibt ja noch die große wunderbare Welt des Internets. Dort findet man in Chatrooms für Gays (englische Bezeichnung für Schwule) Kontakte aus Deutschland und der ganzen Welt. Oder man geht auf Homepages, die Kontaktanzeigen haben, in denen sich Jungs und Männer beschreiben und genau sagen was sie suchen und auf was sie stehen. (Aber auch im Internet ist ein wenig Vorsicht geboten, da man nie sicher sein kann, ob alles stimmt, was der andere Typ so in seinem Steckbrief schreibt) Für das "leibliche Wohl" ist in der Szene also gut gesorgt. Für Leute, die einfach nur andere Schwule aus ihrer Umgebung kennen lernen wollen, gibt es häufig Stammtische in Kneipen und Bars, die sich regelmäßig treffen und einfach nur Quatschen. Oft treffen sich dort auch Leute mit bestimmten Vorlieben oder Leute, die in ähnlichen Situationen sind (schwule Väter, HIV-positve, schwule Karnevalsvereine und so weiter). Auch die Aidshilfen, die es fast in jeder Stadt gibt, bieten Hotlines an und beraten Schwule jeden Alters. Für Jugendliche gibt es dann noch Coming Out-Gruppen, Jugendtreffs oder Jugendcafés, in denen man sich trifft, Kontakte finden kann und mal mitbekommt, was andere so treiben, wie deren Comig Out abgelaufen ist, wo man gut feiern kann und noch vieles mehr. Häufig bieten die Veranstalter der Jugendgruppen auch Beratung an, in der man unter vier Augen all das fragen kann, was einen bewegt.

Auch kann man sich gut verabreden, um gemeinsam mal zum CSD (der Christpher-Street-Day ist eine große schwule Parade, die in großen Städten veranstaltet wird) oder anderen Events zu fahren.

Die Szene bietet also für fast jeden etwas, man muss nur wissen, wo was stattfindet und das erfährt man im Internet, in Stadtmagazinen, bei den Aidshilfen, Jugendämtern und natürlich bei uns.

Also: Rein ins Vergnügen!